• Jacobo Perez, CEO kitamanagement.ch

Vorstellungsgespräche – auch hier entscheidet sich dein Erfolg

Aktualisiert: 12. Mai 2021

Auch als Kita-Unternehmer/-in solltest du dich oder die verantwortliche Person auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Hier ist nicht immer zwingend, eine HR-Fachperson zu sein, um ein gutes Gespräch zu leiten. Auch als kleine Kita kannst du dies erfolgreich meistern, solltest dabei aber ein paar Punkte beachten.

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Denke immer daran: Deine Mitarbeitenden sind dein Rückgrat, also ist die richtige Personenauswahl von grösster Bedeutung und Wichtigkeit für dich und dein Kita-Unternehmen.

Ich sehe oft das Problem, dass kleine bis mittlere Kita-Betriebe eine „Personalunion“ führen, d. h. die gleiche Person Geschäftsleiter/-in, Personalverantwortliche/-r, Marketingleiter/-in ist. Das führt dazu, dass es vielfach an Zeit oder auch an Praxiserfahrung mangelt, um die richtigen Kandidaten auszuwählen. Aber mit ein paar Tipps gelingt es dir, diesen Prozess erfolgreich zu meistern.


Vor dem Vorstellungsgespräch

Googeln den Namen des Bewerbers/der Bewerberin! Dies ist keine Verletzung der Privatsphäre, sondern eine ganz normale HR-Vorabklärung.

Durchstöbere die Social-Media-Kanäle, schaue dir die Fotos und Kommentare auf Facebook, Twitter, Instagram, etc. an. Hier kannst du einiges vom privaten Umfeld der Person in Erfahrung bringen und anfangen, das Persönlichkeits-Puzzle zu ordnen.

Denke daran: Das, was deine „zukünftigen“ Mitarbeitenden in ihrer Freizeit tun und sagen, kann indirekt Einfluss auf dein Kita-Unternehmen haben, ob du willst oder nicht.

Denn wenn du es siehst, sehen es die anderen auch.

Aus diesem Grund ist das bei vielen Betrieben ein grosses Thema. Wir repräsentieren immer, und zwar 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, ein Unternehmen, auch in der Freizeit.

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Nimm immer eine zweite Person – wenn möglich – zum Vorstellungsgespräch mit.

Eine zweite Meinung schadet nie. Aus diesem Grund ist eine zweite Person, die dich während des Gesprächs begleitet und zuhört, von Vorteil. Sie kann ein/-e Kita-Leiter/-in, Gruppenleiter/-in oder eine andere Fachperson sein.

Die Aufgabe dieser Person ist das Agieren im Hintergrund. Sie macht sich Notizen oder schreibt Kommentare auf, die von Wichtigkeit oder Nutzen sein können, um diese beim nachträglichen gemeinsamen Gespräch mit dir anzuschauen und zu kommentieren.


Vor dem Vorstellungsgespräch solltest du dich mit dieser Person zusammensetzen und den Ablauf desselben vorbereiten, eure Gesprächsschwerpunkte klarstellen und was ihr euch von dem Kandidaten/der Kandidatin erwartet. Hier hilft es sehr viel, wenn bereits bei dem Stelleninserat diese Muss- und „Nice to have“-Kriterien schon vordefiniert worden sind. So weiss jeder Bewerber/jede Bewerberin, was Sache ist.

Diese Kriterien könnt ihr dann als Leitfaden für das Gespräch benutzen.


Ganz wichtig: Prüfe die Hard Skills (Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen) vorab!

So verlierst du keine wichtige Zeit damit, diese während des Vorstellungsgesprächs zu ermitteln. Mit einem kurzen Telefongespräch kannst du sie bereits vorab in Erfahrung bringen und danach entscheiden, ob der Kandidat/die Kandidatin zu einem Gespräch kommen soll oder nicht.

Überprüfe, ob das, was du hörst, mit den erhaltenen Bewerbungsunterlagen und Arbeitszeugnissen übereinstimmt. Informiere den Kandidaten/die Kandidatin transparent beim Gesprächsbeginn darüber, dass dieses Telefongespräch ein Teil des Bewerbungsprozesses deines Unternehmens ist. Dabei gewinnst du bereits einen ersten Eindruck des Kandidaten/der Kandidatin.


Vorstellungsgespräch

Zum Vorstellungsgespräch kommt man/frau nicht zu spät, aber auch nicht 30 Minuten zu früh. Eine Verspätung, ohne einen glaubwürdigen Grund vorzuweisen, ist von Anfang an ein absolutes No-Go. Ich persönlich habe Vorstellungsgespräche aus diesem Grund bereits an Ort und Stelle abgebrochen und dem Kandidaten sofort eine Absage erteilt. Bei so wichtigen Terminen ist eine Verspätung zu 99°% inakzeptabel und ein Zeichen von Respektlosigkeit gegenüber deiner Person und deinem Unternehmen.

Die Aussage „Ich habe die Kita nicht so schnell gefunden“ gilt einfach nicht. Wenn dem Bewerber/der Bewerberin das Gespräch und die Stelle wichtig sind, schaut er/sie sich ein paar Tage vorher an, wo sich diese befindet, und zwar nicht nur via Google Maps, sondern wenn möglich vor Ort. So kann der Kandidat/die Kandidatin immer die Reisezeit, etc. einkalkulieren und mögliche „Bonuszeit“ miteinberechnen.


Ein weiteres Killer-Kriterium ist das Outfit, auch in der Kita-Branche ist das wichtig.

Zwar musst du nicht erwarten, dass die Kandidaten im Smoking oder Abendkleid erscheinen, aber ein gewisses Level sollte eingehalten werden. Kurze Hosen oder kurze Röcke, rücken- oder bauchfreie Outfits haben bei Kita-Vorstellungsgesprächen nichts zu suchen. Denke daran, dass diese Person dein Unternehmen repräsentieren würde. Wir arbeiten mit Kindern und Eltern und nicht in einer Bar. Deine Mitarbeiter sind ein wichtiger Bestandteil deines Images, also ist es aus diesem Grund auch sehr wichtig, wie sie zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen. Ein weiteres No-Go-Kriterium ist ein starker Geruch nach Zigaretten oder Alkohol. Es klingt vielleicht hart, aber diese Eigenschaften sind für mich Grund genug, das Gespräch sofort abzubrechen und eine Absage zu erteilen. Ansonsten verschwendet man selbst zu viel Zeit.


Nachdem wir die wichtigen Vorab-Kriterien festgelegt haben, kommen wir zum Wesentlichen – dem Vorstellungsgespräch.

Stelle dich zuerst beim Kandidaten/der Kandidatin vor, auch wenn du ihn/sie bereits am Telefon gesprochen hast und er/sie bereits weiss, wer du bist. Erwähne deinen Vor- und Nachnamen, deine Funktion im Betrieb und eventuell wie lange du hier schon arbeitest.

Dasselbe gilt für deine Begleitperson.

Lass auch dem Kandidaten/der Kandidatin Zeit, sich zu präsentieren. Eine kurze eigene Vorstellung schadet nie und gibt dir einmal einen ersten Eindruck des Bewerbers/der Bewerberin.

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Nach dieser kleinen Vorstellungsrunde kannst du den Ablauf des Vorstellungsgesprächs erklären, was für alle Beteiligten Klarheit und Struktur schafft.


Wie das weitere Vorgehen vonstattengehen soll inklusive welche Fragen du unbedingt stellen musst und welche nicht und auf was du noch beim Kandidaten/der Kandidatin achten sollst (auch die Körpersprache kann uns vieles sagen), kannst du mit meiner Kita-Coaching-Dienstleistung erlernen und danach selbstständig erfolgreich umsetzen.


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